Manchmal kommt das Leben anders, als wir es uns vorgestellt haben. Wir machen Pläne, verfolgen Ziele und geben unser Bestes. Und dann gibt es diese Momente, in denen plötzlich vieles gleichzeitig ins Wanken gerät.
Genauso eine Phase erlebe ich gerade.
Beruflich stehen ab November Veränderungen an, weil es einen Wechsel in der Führungsebene gibt. Damit kommen neue Perspektiven, offene Fragen und Gedanken darüber, wie es für mich weitergehen wird.
Und dann war da noch die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie, die ich leider nicht bestanden habe.
Natürlich war ich enttäuscht. Ich hatte gelernt, mich vorbereitet und mir gewünscht, diesen Schritt erfolgreich abzuschließen. Wenn man viel Zeit und Energie in etwas investiert und das Ergebnis dann anders ausfällt, muss man das erst einmal verdauen.
Gleichzeitig möchte ich meine nebenberufliche Tätigkeit als Hypnotiseurin weiterführen und meinen Weg im Bereich der psychologischen Beratung im Rahmen meiner Qualifikation und der rechtlich zulässigen Tätigkeiten fortsetzen.
Ich weiß, dass das Leben nicht immer geradlinig verläuft. Aber wenn man selbst mittendrinsteckt, fühlt sich manches ganz anders an.
Wenn die eigenen Gedanken plötzlich lauter sind als alles andere
Ich beschäftige mich mit Hypnose, inneren Blockaden, Entspannung und persönlichen Veränderungsprozessen. Ich weiß, wie wichtig es ist, die eigenen Gedanken zu hinterfragen und sich nicht von jedem Zweifel bestimmen zu lassen.
Doch gerade muss ich feststellen, dass ich mir selbst manchmal genau das wieder in Erinnerung rufen muss.
Wenn mehrere Dinge gleichzeitig offen sind, beginnt der Kopf zu arbeiten. Wie wird es beruflich weitergehen? Welche Möglichkeiten ergeben sich? Hätte ich mich auf die Prüfung anders vorbereiten müssen? Was mache ich als Nächstes?
Manchmal drehen sich die Gedanken im Kreis, obwohl man schon längst eine Pause bräuchte.
Und dann sind da meine Liebsten.
Ein Moment, der mir gerade guttut
Manchmal sitze ich mit meinen Eltern zusammen und erzähle, was mich beschäftigt. Ich spreche über meine berufliche Situation, die Prüfung und darüber, was mir gerade durch den Kopf geht.
Und während ich noch überlege, was alles schwierig ist und wie ich die nächsten Schritte planen soll, helfen sie mir, wieder etwas Abstand zu gewinnen.
Vielleicht ist es nur ein einfacher Satz, eine Erinnerung daran, dass nicht alles so bleiben muss, wie es gerade ist. Dass ich meinen Weg schon weitergehen werde. Oder dass ich nicht alles auf einmal lösen muss.
Es sind nicht unbedingt große Reden oder ausgeklügelte Ratschläge, die in solchen Momenten helfen. Manchmal reicht es, wenn Menschen, die einen schon lange kennen, einen daran erinnern, dass man mehr ist als eine Prüfung, eine berufliche Veränderung oder eine schwierige Phase.
Und plötzlich merke ich: Ich würde einem anderen Menschen genau dasselbe sagen. Warum fällt es mir selbst manchmal so schwer, es zu glauben?
Dieser Gedanke begleitet mich gerade.
Denn auch wenn ich mich beruflich mit inneren Prozessen beschäftige, bin ich nicht davor geschützt, selbst zu zweifeln. Auch ich darf jemanden brauchen, der mich auffängt, mir zuhört und mir hilft, die Dinge wieder etwas klarer zu sehen.
Dafür bin ich meinen Eltern und Lieben dankbar.
Blockaden lösen heißt nicht, immer alles allein schaffen zu müssen
Wenn wir an innere Blockaden denken, denken wir oft an Ängste, alte Überzeugungen oder Gedankenmuster, die uns zurückhalten.
Doch manchmal besteht die eigentliche Herausforderung darin, dass wir uns selbst unter Druck setzen. Wir möchten sofort eine Lösung finden, wollen stark sein und erwarten von uns, dass wir mit jeder Situation souverän umgehen.
Dabei vergessen wir, dass wir ebenfalls Menschen sind.
Manchmal brauchen wir Zeit, um eine Enttäuschung zu verarbeiten. Manchmal müssen wir einen neuen Weg erst entdecken. Und manchmal brauchen wir jemanden, der uns daran erinnert, dass ein Rückschlag nicht unser ganzes Können infrage stellt.
Für mich gehört genau das zu einem bewussteren Umgang mit sich selbst: die eigenen Gefühle ernst zu nehmen, Gedanken zu hinterfragen und offen für neue Perspektiven zu bleiben.
Unterstützung anzunehmen, ist dabei keine Schwäche. Es kann uns helfen, wieder handlungsfähig zu werden und Möglichkeiten zu sehen, die wir vor lauter Sorgen aus dem Blick verloren haben.
Mein Weg geht weiter
Die nicht bestandene Prüfung ist ein Rückschlag, aber sie ist nicht das Ende meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung.
Ich werde hier meinen Weg weiterführen und mich im Rahmen meiner Möglichkeiten auch in der psychologischen Beratung weiterentwickeln. Gleichzeitig werde ich mich mit den beruflichen Veränderungen auseinandersetzen, die ab November auf mich zukommen.
Ich muss heute noch nicht wissen, wie alles aussehen wird.
Ich darf enttäuscht sein und trotzdem nach vorne schauen. Ich darf mich neu orientieren, ohne meinen bisherigen Weg schlechtzureden. Und ich darf mir die Zeit nehmen, die ich brauche.
Vielleicht ist das gerade meine wichtigste Erkenntnis: Ich muss nicht immer diejenige sein, die anderen Mut macht. Ich darf selbst Mut brauchen. Ich darf Fragen haben und mir Unterstützung holen.
Und manchmal dürfen es einfach die eigenen Lieben sein, die einen daran erinnern, was man vorübergehend vergessen hat.
Vielleicht brauchst auch DU manchmal eine Erinnerung
Vielleicht kennst du solche Zeiten ebenfalls. Du weißt, dass du schon viel geschafft hast, und trotzdem siehst du gerade vor allem das, was nicht funktioniert.
Vielleicht grübelst du über eine Entscheidung, bist enttäuscht oder hast das Gefühl, dass du dich neu sortieren musst.
Dann möchte ich dir – und damit auch mir selbst – etwas mitgeben:
Du musst nicht jeden Rückschlag sofort in eine Chance verwandeln. Du darfst erst einmal fühlen, was er mit dir macht. Du musst auch nicht alle Antworten allein finden.
Manchmal hilft ein Gespräch. Manchmal ein wenig Abstand. Und manchmal ein Mensch, der uns einfach daran erinnert, dass wir nicht nur aus unseren schwierigen Momenten bestehen.
Das Leben hat Höhen und Tiefen. Wir können nicht alles beeinflussen, was uns begegnet. Aber wir dürfen lernen, freundlicher mit uns selbst umzugehen und Unterstützung anzunehmen, wenn wir sie brauchen.
Ich bin gerade selbst dabei, mich daran zu erinnern.
Und vielleicht ist genau das eine der wertvollsten Erkenntnisse meiner jetzigen Lebensphase: Wir müssen nicht immer stark sein, um unseren Weg weiterzugehen. Manchmal reicht es, wenn wir uns helfen lassen, wieder an uns selbst zu glauben.
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